Danke, SAGA/GWG …
Nach drei Jahren war nun endlich mal jemand ehrlich bei der SAGA/GWG: Wir kriegen keine neuen Fenster, weil das einfach zu teuer ist. Wieso sollte man auch in Häuser auf der Veddel investieren, wo hier ja ohnehin nur Studentenpack und Menschen mit Migrationshintergrund leben. Ich könnte echt kotzen.
Seit ich hier wohne, und das sind immerhin nun schon 3 Jahre, sehen unsere Fenster so aus, als riskiere man bei jedem Öffnen, das ganze Ding in der Hand zu haben. Trockenfäule, sagten sowohl der Hausmeister als auch einige der Handwerker, die in den letzten 3 Jahre hier waren, um sich die Fenster anzusehen und für neue Maß zu nehmen. Neue Fenster gab es aber selbstverständlich trotzdem nie.
Nach dem Wolkenbruch im Juni war es bei mir im Zimmer nun trotz geschlossener Fenster nass. Eine Pfütze stand auf der Fensterbank, von dort war auch Wasser an der Wand heruntergelaufen und hatte eine weitere Pfütze auf dem Laminat gebildet. Und nun hat es bloß 7,5 Wochen gedauert, bis - mal wieder - ein Techniker Zeit hatte, sich das anzusehen.
Wozu man aber jedes Jahr aufs Neue unsere Zeit verschwendet hat, indem man uns entweder den Hausmeister oder verschiedene Handwerker zum Maß nehmen hergeschickt hat, weiß ich nun erst recht nicht mehr. Der Techniker heute sagte mir klipp und klar, dass es zwar ärgerlich sei, wenn’s bei Regen im Zimmer nass wird, und er mir deshalb auch nen Handwerker schicken wird, der das irgendwie repariert, aber neue Fenster können wir uns abschminken.
Das Gebäude ist denkmalgeschützt und hat Fenster, die von außen eingesetzt werden müssen, sagt er - und das heißt also, man müsste hier erst ein Gerüst aufbauen, um unsere Fenster auszutauschen. Und so viel will natürlich die SAGA/GWG nicht ausgeben für ein Gebäude, in dem nur Mieter mit wenig Geld leben. Sind wir ja schließlich nicht wert. (Das hat er selbstverständlich so nicht gesagt, aber darauf läuft es ja hinaus.)
Wieso die SAGA/GWG in ihren Zeitschriften und ihrem Marketingmaterial so tut, als sei sie bemüht, unser Viertel aufzuwerten, ist mir wirklich schleierhaft. Wenn man Probleme hat, dauert es viel zu lange, bis einem geholfen wird. Wenn Heizung und Warmwasser ausfallen, dann sind es immerhin “nur” Tage, aber auch da: 5-6, nicht 1-2. Einer Reparatur unserer Herdplatten laufen wir seit Juni hinterher, und das Theater um unsere Fenster geht wie gesagt schon Jahre.
Ganz ehrlich: so bringt man Mieter nicht dazu, auch dann zu bleiben, wenn sie mal mehr verdienen. Ich finde unsere Wohnung prinzipiell toll, aber ich habe nicht vor, mich von meinen Vermietern weiterhin verarschen zu lassen, wenn ich wieder richtig arbeiten kann. Jetzt im Examen muss es eben noch sein, weil’s hier billig ist, aber ein Dauerzustand? Nein!
Die Veddel ist nicht etwa unattraktiv wegen der Bevölkerungsstruktur. Sondern in unserem Fall ausschließlich wegen der Vermieter, die nicht in die Häuser investieren wollen. Und in letzter Zeit auch wegen der ständigen Lärmbelästigung durch Konzerte - und LKWs, die dank der Elbbrücken-Baustelle hier den ganzen Tag durchtuckern, aber bzgl. der Baustelle hat man ja die Hoffnung, dass irgendwann wieder der Normalzustand hergestellt wird.
Juli 28th, 2011 at 19:13
Das wär mal ein Fall nicht nur fürs Blog, sondern für die Zeitung…
die SAGA/GWG ist immerhin in öffentlicher Hand, und wenn da öffentliches Eigentum durch Nichtpflege dem Verfall preisgegeben wird, hat der Eigentümer - der Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg - das Recht, darüber informiert zu sein.
Man könnte die Häuser ja auch aufwerten und damit nach und nach nicht nur die Mieten steigern, sondern auch das soziale Niveau. Wie heißt es so schön in der wikipedia-Seite, die Freie und Hansestadt will die SAGA/GWG nicht privatisieren, weil sie ein wichtiger Faktor der Stadtentwicklung ist? Na dann mal los!