Disco-Oma
Nun hab ich es auch mal erlebt, wie es ist, der älteste Gast und nach dem DJ der zweitälteste Mensch in einer Disco zu sein. Nicht empfehlenswert, wenn man eine so sensible Musikseele hat wie ich … ;o)
Am vorletzten Tag gab es für die Kids einen Disco-Abend - dazu wurde die größte Disco der Insel für 2 Stunden angemietet, was dazu führte, dass wir alle etwas verloren wirkten, denn der Laden wäre auch dann noch nicht voll gewesen, wenn wir doppelt so viele Leute gewesen wären. Der DJ hatte nicht wirklich ein Gespür dafür, was seine Zuhörer mögen, und wich also über eine halbe Stunde nicht von seiner komischen Elektro-Schiene ab, obwohl außer einer kleinen Asi-Göre niemand die Tanzfläche betrat. Irgendwann wandelte sich die Musik ein wenig und die Leute fingen an, zu tanzen. Nicht wirklich enthusiastisch, aber die Kids wussten ja auch, dass die Zeit sehr begrenzt ist, und machten eben das Beste draus.
Abgesehen von einem völlig unmotiviert eingeschobenen Nirvana-Song und einem Michael-Jackson-Medley, das kein Ende zu nehmen schien, gab es vor allem komische Remakes von alten Hits, bei denen man einfach zwei vorhandene Songs ineinandergemixt hat, ohne ansonsten irgendwas selbst zu machen. Auf Tines Wunsch wurde “Ice Ice Baby” gespielt, und tadaa, auch das restliche Publikum war begeistert - genau wie bei einem kleinen Abstecher zu “Grease”. Sieh an, dachte ich, auch in dieser Generation gibt es noch reichlich Leute, die Musik mögen, die nicht nur aus Utz-Utz besteht. Aber der DJ sah es anders, und so endete der Abend, wie er begann … seeeehr elektronisch.
(Da wir sogar einen Emo und zwei angehende Heavys unter uns hatten, waren meine Ohren übrigens nicht die einzigen, die zu leiden hatten. Und voll süß, der eine Mini-Heavy wollte mir doch glatt erklären, was pogen und moshen ist.)
August 24th, 2009 at 14:27
Das kenn ich. Kann aber auch echt entspannend sein. Manche Türsteher sind nett und sagen: “Wenn Du nur Deine Kinder abholen willst, kannst Du auch so rein.”