Ein Hoch auf uns’re Busfahrer …

So, ausgeschlafen hab ich, und das überfällige Buch ist auch wieder in der Stabi. Nun wage ich mich also mal an die “Reiseberichte”, bevor es zu lange her ist.

Im Gegensatz zur anderen Gruppe, die zeitgleich mit uns auf der Isle of Wight war, hatten wir ziemlich coole Busfahrer. Aber im Gegensatz zu denen hatten wir die auch verdient - aber dazu später mehr. Der erste war so relaxed, dass man manchmal schon fast Angst bekam: Beim Gepäck einladen wollte er partout keine Hilfe, und während der Fahrt saß er dann immer wieder mit zur Seite übereinander geschlagenen Beinen da, als säße er irgendwo in einem netten, kleinen Straßencafé. Und wenn man ihn was gefragt hat, hat er sich auch zu einem umgedreht. Aber da er ansonsten total souverän gefahren ist und es auch keine hektischen Bremsaktionen oder ähnliches gab, waren wir eher belustigt als beunruhigt.

An der Raststätte Tecklenburger Land verließ er uns dann, und zwei neue Busfahrer inkl. der letzten noch fehlenden Teilnehmerin stiegen zu. Die beiden neuen Fahrer waren fast durchgehend am sabbeln, so lange sie beide wach waren. So berichtete der eine, dass seine Mutter ihm noch immer seine Brote für die Arbeit schmiert. Ohauerha! Irgendwann verschwand dann einer in die Schlafkabine, und es wurde etwas ruhiger. Echt nette Kerle, muss man aber sagen. Der eine sah aus wie Mitte Vierzig, aber an der Fähre stellte sich heraus: Der Typ war 57 Jahre alt! Dafür hatte er sich echt gut gehalten. Der andere war komplett grau, hatte einen gruseligen, schlampigen Vollbart, fast alle Zähne teilweise mit Gold überkront, Sprachfehler, wirkte insgesamt zwanzig Jahre älter als sein Kollege. Zweite Überraschung an der Fähre: *Der* war erst 50. Und er warübrigens auch der mit Muttis Stullen.

Als wir in Dover wegen einer Baustelle eine Umleitung fahren mussten, gab’s spontan eine kleine Stadtführung von den beiden Fahrern. Die fahren da ja dauernd lang, aber dass sie sich dann auch so informieren, hätte ich nicht gedacht. Und durch die Umleitung bin ich sogar noch mal an dem Hostel vorbeigekommen, in dem Carmen und ich letztes Jahr unsere letzte Nacht in UK verbracht haben. Am Hovercraft nach Ryde wurden wir abgesetzt, und waren fortan auf englische Busfahrer angewiesen - die waren dann leider in den meisten Fällen nicht unbedingt ein Anlass zur Freude.

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