Nachtleben mal wieder
Gestern Abend wollten wir gegen elf mit Judith und Barbara ins Native, und da wir ja mittlerweile schon wissen, dass unsere Wochenend-Erlebnisse hier eine Russisch-Roulette- unvorhersehbare Qualität haben, wollten wir uns vorher zum Vorglühen bei Carmen treffen. Kann man sich das vorstellen, ich und Vorglühen? Oh tempores, oh mores! Oder so.
Dann kam aber die Nachricht von Miguel, dass die Jungs schon früh ins Oceana wollten, wo bis 21 oder 22 Uhr - man wusste es nicht so genau und die Webseite war da auch vorsichtshalber etwas schwammig - freier Eintritt sein sollte. Gut, dachten wir, für freien Eintritt kann man sich das mal ansehen und dann immernoch rüber ins Native gehen. Aber nur für freien Eintritt, also haben wir uns ordentlich abgehetzt, um vor 21 Uhr dort zu sein, und waren auch gegen 20.45 Uhr am Watershed, wo wir Thibault getroffen haben.
Dank der Busse -wie könnte es anders sein - kamen die Anderen erstmal nicht, und so sind wir drei um kurz vor neun dann zum Oceana, um zu fragen, ob der freie Eintritt nun bis neun oder bis zehn Uhr ist. Mit der freudigen Botschaft, dass es bis zehn nix kostet, sind wir zurück zum Watershed, um weiter zu warten, hörten dann aber von den Anderen,d ass es ehern och so zwanzig Minuten dauern würde, also beschlossen wir, schonmal ins Oceana reinzugehen, weil es wirklich saukalt war.
Aber Pustekuchen. Die Gorillas an der Tür wollten Thibault wegen seiner Schuhe nicht reinlassen. Okay, die Form war so Sneaker- (oder wie man hier sagt: Trainer-)mäßig, aber die Schuhe sind komplett aus schwarzem Wildleder, und das war wirklich nur missmutige Willkür von Leuten mit zu kleinen Genitalien zu wenig Hirn, um sich für eine andere Karriere zu eignen. (Nein, das denke ich nicht über alle Türsteher, aber ihr hättet die mal sehen sollen!) Er hatte ein ganz schlechtes Gewissen und meinte, wir sollen ruhig reingehen, er geht dann nach Hause, aber das kam natürlich nicht in Frage - erstens, weil er echt ein netter Kerl ist und wir gern mit ihm unterwegs sind, und zweitens, weil man solchen Läden eh kein Geld bringen will.
Wir haben also den anderen Bescheid gesagt, dass wir in einer nahegelegenen Bar warten und dann einen neuen Plan machen. Vom Rest der Bande wäre übrigens höchstens einer reingekommen, die anderen hatten alle diese Art Schuhe an. Ist ja auch völlig verständlich bei normalen Menschen. Derrick (ja, der heißt echt so!) trug als einziger andere Schuhe, weil ihm sowas schon zweimal passiert war und er jetzt kein Risiko mehr eingeht.
Als alle eingetrudelt waren, sind wir also rüber zum Native, das wir ja alle nicht kannten, aber Carmen hatte in weiser Voraussicht noch vorher nachgesehen, wo es ist. Die hatten aber noch nicht geöffnet, und weil wir nicht die ersten Gäste sein wollten, sind wir dann im John Cabot gelandet, um noch eine Stunde totzuschlagen, wo es tatsächlich musikalisch ziemlich nett war - von mir aus hätten wir auch dableiben können. *g* Bei der Gelegenheit haben wir rausgefunden, dass Thibault auch Rock und 80er mag, wir haben also schon Verstärkung für den nächsten Reflex-Besuch gefunden! Am 10.01.08 geht’s los ;o)
Um kurz vor Elf sind wir dann rüber ins Native - wo mir die blöde Stempelschlampe mal wieder die Hand umgedreht und den Stempel außen draufgedrückt hat, hätte ihr natürlich am liebsten die Hand mit der feuchten Stempelfarbe direkt ins Gesicht geklatscht, solche Schuppen hasse ich ja wie die Pest. In Deutschland betrete ich solche Läden ja kein zweites Mal, und hier bin ich auch sehr am zweifeln, dass ich das werde. Es war noch sehr leer und war wie erwartet absolut nicht meine Musik, aber wir haben das Beste draus gemacht.
War insgesamt dank unserer Truppe also allen Widrigkeiten zum Trotz ein netter Abend. Trotzdem war ich nicht unglücklich, als um 3 dort Schicht im Schacht war.
Dezember 17th, 2007 at 12:12
Höhö, wieder was gelernt. Die Tätigkeitsbezeichnung “Stempelschlampe” merke ich mir, die kommt direkt neben die Kuchentante, den Paketonkel, den Teeheinzi, den Heizungswilli und den Postflitzer. Hoffentlich rutscht mir das nicht irgendwann mal in Gegenwart einer Betroffenen raus, für sowas bin ich ja Kandidat Nummer eins. *g*