Von Mäusen und Menschen
Fast hätte ich‘s vergessen: Bei meinem ersten Besuch an der Schule habe ich mich ja gleich als heldenhafte deutsche Ratten- oder besser Mäusefängerin eingeführt …
Meine Chefin hatte mich in unser Büro gesetzt und mir gesagt, dass ich mich nicht erschrecken soll, wenn ich eine Maus sehe, sie hätten schon Bescheid gesagt und es solle später jemand kommen, um die Maus zu fangen. Eigentlich war keine der Damen scharf drauf, dass die Maus getötet würde, aber im Essen wollten sie sie eben auch nicht haben.
Tja, und weil Mäuse kluge Tiere sind, hat die Kleine wohl geahnt, dass es ihr doch besser bekommen würde, von mir gefangen zu werden - jedenfalls saß sie plötzlich einfach da, mitten im Raum, und ich habe sie vorsichtig mit einer Tasse gefangen und auf den Tisch gestellt. Weil sie gezittert hat wie Espenlaub musste ich sie natürlich erstmal füttern, um sie zu beruhigen. schließlich, so dachte ich, wird sich so ein kleines Wesen weniger bedroht fühlen, wenn es versorgt wird. Und sie sollte ja nicht statt Gift oder einer Falle nun einem Herzinfarkt erliegen!
Die Aufregung war denn auch groß, als alle in der Pause wiederkamen und die Maus im Garten freigelassen wurde. Und mir wurde von allen Seiten versichert, ich dürfe bleiben, Mäuseretter können sie gut leiden ;o)