Don’t pay the ferryman!
18:00, Esbjerg, DK: Wir haben die Fähre gefunden und warten nun seit einiger Zeit darauf, das man uns drauf lässt. Die Logik, nach der die Reihen abgearbeitet werden, erschließt sich uns nicht so recht, aber schließlich sind wir doch an der Reihe und fahren neben festgeketteten Containern die Rampe hoch. Sieht nicht gerade Vertrauen erweckend aus, aber wir dürfen zum Glück auf einer geraden Fläche parken.
Unsere Kabine ist schnell gefunden, praktischerweise direkt am Treppenhaus und nur ein Deck unter den Rettungsbooten – wir stellen erfreut fest, dass unsere Überlebenschancen damit recht hoch sein dürften, falls wir untergehen.
Wir schnappen uns die Kameras und gehen raus an Deck, um Fotos vom Hafen, vom Schiff, von uns und vom Meer zu machen, denn wozu hat man sonst Digicams, wenn nicht für übetriebenes Rumgeknipse ;) Es ist natürlich kalt und windig, deshalb gehen wir relativ schnell wieder nach unten, nachdem kein Land mehr in Sicht ist. Nun ist es also die Zeit, die Fähre zu erkunden!
Dummerweise ist das ziemlich schnell erledigt: Ein Restaurant, ein Café, ein Shop, eine Kinderspielecke, eine Rezeption und ein paar Daddelautomaten im Flur: now, that’s entertainment! Wir ziehen uns also in unsere Kabine zurück und diskutieren wieder unser stündlich aufkommendes Lieblingsthema: Was tun, wenn wir kein Internet haben?? Man sollte meinen, bei einem – wenn auch vorübergehenden – Umzug ins Ausland gibt es größere Sorgen, die man sich machen könnte, aber wir haben vorerst keine.
Gegen Mitternacht geht’s dann auch ins Bett, und ich für meinen Teil schlafe erstaunlich gut, der Wellengang stört gar nicht, nur das Gerumpel zwischendurch lässt uns ein paar Mal senkrecht im Bett stehen und auf das Geräusch von hereinströmendem Wasser warten. Carmen ist schon früher hoch, aber ich stehe gemütlich gegen 10 auf – es gibt ja eh nichts Besseres zu tun, bis wir anlegen.
Das tun wir um 13 Uhr unserer Zeit und nach der großartigen Passkontrolle – man wedelt einmal mit dem Ausweis und wird durchgewunken, um bei einer anderen Stelle die Ausweise nochmal richtig zu zeigen und gefragt zu werden, ob nur wir zwei einreisen – sind wir unterwegs auf englischem Boden. Yay!